Was hat eine schwarze Katze mit Old Tom Gin zu tun

So ganz genau will sich auch in englischen Gin-Kreisen niemand festlegen, woher der Old Tom Gin eigentlich seinen Namen hat, am geläufigsten sind jedoch Erklärungen hinsichtlich einer schwarzen Katze. Wir unternehmen den Versuch einer Beleuchtung.

Als gesichert gilt, dass bereits vor dem Jahr 1800 unter Old Tom Gin eine gezuckerte Ginart bezeichnet wurde.

Old Tom Gin - Erklärungsansatz Thomas Chamberlain

Einige ältere Gin-Hasen verweisen zur Namensherkunft des Old Tom Gins auf einen Gin-Destillateur Thomas Chamberlain, der in der Hodge´s distillery um das Jahr 1800 gearbeitet haben soll. Sein Lehrling Thomas Norris eröffnete nach Beendigung seiner Lehre einen eigenen Gin-Palast, heute würde man Gin-Bar sagen. Die Bar war in der Great Russel Street, Covent Garden. In dieser Bar verkaufte er einen Old Tom Gin, der vermutlich in Anlehnung an seinen Lehrmeister, der - wie er - auch Thomas hieß, bezeichnet wurde. In George Cruikshanks The Gin Shop Illustration von 1829 findet man bereits einen Hinweis auf diese Ginart.

Old Tom Gin - Erklärungsansatz schwarze Katze und Steuer

Am häufigsten kolportiert wird jedoch der Erklärungsansatz, das zur Umgehung der Gin-Besteuerung aus dem Gin Act von 1736 der direkte Kontakt zwischen Gin-Verkäufer und Gin-Käufer unterbunden wurde. Bestraft und besteuert werden konnte nur, wenn der Ginkäufer den Ginverkäufer benennen konnte. Eben dies umging man, indem man außen an Ginabgabestellen als Erkennungszeichen eine schwarze Katze anbrachte. Zog man z.B. dort am Schwanz, sah man ein Loch oder Rohr in der Mauer, in das man Geld einlegen konnte. Im Gegenzug erhielt man anschließend Gin, ebenfalls durch ein Rohr. Man sah aber nicht, wer den Gin abgegeben hatte, sodass eine Verfolgung eines konkreten Ginspenders nicht möglich war. Mit "tomcat" werden in Großbritannien schwarze Katzen bezeichnet, sodass sich damals Old Tom Gin für den Gin dieser Zeit (und der war gesüßt) durchsetzte. Die Historiker beziehen sich dabei unter anderem auf eine Biografie des Autors Captain Dudley Bradstreet, der von solchen Ginabgabestellen berichtete, die er erfunden haben will. Er benannte diese Art der Ginabgabe den one-stop gin shop. Bei der von ihm geschilderten Erfindung lief der Gin direkt durch ein Rohr in den Mund des Käufers. Wer die Biografie liest, wird allerdings die Bezeichnung "Old Tom Gin" darin nicht finden.

Old Tom Gin, weil die Katze in die Gin-Wanne fiel?

Ein anderer Erklärungsansatz ist, dass eine schwarze Katze bei einem Ginhersteller in die Ginwanne gefallen war und so die Idee aufkam, die Katze auch zum Markenzeichen und zur Bezeichnung werden zu lassen. Tatsächlich findet sich in alten Registerauszügen eine Markenrechtsanmeldung für Joseph Boord, der eine Katze vor einem Ginfass als Warenzeichen für seinen Old Tom Gin registrieren ließ. Allerdings würde dies nicht erklären, woher die Bezeichnung schon 50 Jahre früher kam. Plakate und Poster mit Katzen auf Fässern oder in der Nähe von Gin-Gläsern sind eher aus der Mitte des 19.Jahrhunderts, also rund um die Markeneintragung bekannt.

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